Haargeschichten II

Hallo zusammen =)

Ende Mai habe ich noch über meine langen Haare geschrieben. Heute möchte ich euch erzählen, warum meine Haare Mitte Juni abkamen — und das, obwohl ich mich wirklich jahrelang dagegen gewehrt hatte, mich von meinen langen Haaren zu trennen.

2Ich mochte meine langen Haare wirklich total gerne, aber — und ich denke, das hat mir niemand so richtig geglaubt — sie waren viel zu schwer. Und ich bin einfach kein Fan von „Wer schön sein will muss leiden“ 😉 Ich hatte oft Nacken- und Kopfschmerzen, und die einzige Frisur, die ich noch machen konnte, war ein normaler oder französischer Zopf, der einfach hinten runter ging. Pferdeschwanz und Dutt haben zu stark nach unten gezogen, weil sie zu schwer waren und der Dutt hat sich zudem auch immer aufgelöst. Nicht mal meinen geliebten Katniss-Zopf konnte ich mehr machen, weil des Gewicht der Haare dann immer auf eine Seite verlagert war, was unangenehm war und ebenfalls jedesmal Nackenschmerzen zur Konsequenz hatte. Lange dicke Haare mögen zwar schön aussehen, sind aber absolut unpraktisch und frisurenuntauglich.

Ich kam dann auf die Idee, meine Haare zu verkaufen, weil ich es zu schade fand, sie einfach in den Müll zu werfen. Ja ich weiß, man kann Haare auch spenden, aber mit Spenden bin ich immer etwas skeptisch. Und ich habe mich riesig gefreut, dass ich für die Jahre, in denen ich meine Haare gehegt und gepflegt habe, belohnt wurde =)

7Es kamen also circa 40 cm meiner Haare ab. Ich hätte das vor ein paar Monaten noch nicht gedacht, aber ich habe mich wirklich riiiesig auf die neue Frisur gefreut. Und ich bin auch echt glücklich 😉 Inzwischen ist das einen Monat her, und ich bereue das Abschneiden kein bisschen. Mein Freund freut sich vor allem darüber, dass ich morgens nicht mehr so lange für meine Haare brauche 😉 Ich finde es toll, dass ich sie jetzt einfach mal offen lassen kann und sie trotzdem nicht stören. Außerdem sind sie jetzt immer Sommer angenehmer zu tragen als die langen Haare, die wie ein Wärmekissen im Nacken liegen 😉

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, eure langen Haare abzuschneiden und zu verkaufen, könnt ihr euch [hier auf ebay-kleinanzeigen] oder unter haarhandel@aol.de melden.

Was war bis jetzt eure größte Haarveränderung? Habt ihr sie auch mal abgeschnitten? Oder haben eure Haare mal eine komplett neue Farbe bekommen?

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Haar(pflege)geschichten

Hallo ihr Lieben,

ständig beißt mich mein Gewissen, weil ich meinen Blog so schlimm vernachlässige. Ich bewundere wirklich jeden, der es schafft, mehrmals die Woche einen Blogpost zu verfassen! 😉 Momentan habe ich einfach keine Zeit, keine Nerven oder beides zusammen. Und es gibt tatsächlich noch Menschen, die meinen, „ihr Studenten habt ja Zeit“. Hmmjaja. (Professoren sind zum Beispiel oft solche Menschen und nehmen das gerne auch gleich zum Anlass, noch ein paar Aufgaben mehr auszuteilen. Nicht dass uns bis nächste Woche irgendwie langweilig wird oder so.)

Allerdings gibt es ein Thema, über dass ich unbedingt schreiben möchte, und das schon seit bestimmt einem Jahr: meine Haare. Einerseits, weil ich es selbst total interessant finde, wie andere Mädels ihre Haare pflegen, und andererseits, weil ich meine Haare echt gerne mag.

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Ehrlich gesagt bin ich sogar ein bisschen stolz auf sie. Letztes Jahr war ich bei einer Kostümprobe, wo meine Haare ziemlich gelobt wurden. Anscheinend gibt es meine Naturhaarfarbe nur selten. Man wollte mir die Haare dann auch gleich abkaufen, um daraus eine Perücke zu machen. 20cm haben mir damals aber so weh getan, dass ich leider ablehnen musste.

Mich hat das aber schon ein bisschen gewundert. Meine Haare sind ziemlich gesund, haben quasi keinen Spliss, sind nicht zu trocken und nicht zu fettig. Und das, obwohl ich mich fast nicht um sie kümmere. Was (Haar-)Pflege angeht, bin ich mit dem Grundsatz „weniger ist mehr“ immer ganz gut gefahren. Gewundert hat es mich deshalb, weil uns von vielen „Experten“ ständig ans Herz gelegt wird, die Haare mit diesen und jenen speziellen Produkten zu verwöhnen; in den letzten Jahren wurde beispielsweise Haaröl total gehypt. Ich kann euch gleich schonmal sagen: ich verwende kein Haaröl. Meine Haare leben trotzdem noch.

Es gibt trotzdem ein paar Dinge, von denen ich denke, dass sie sich positiv auf meine Haare auswirken. Ich kann euch hier zwar keine komplett neuen Erkenntnisse vermitteln, aber vielleicht hilft euch die eine oder andere meiner Erfahrungen ja sogar.

Silikonfreie Haarprodukte

Vor zwei Jahren im Februar habe ich meine Haarpflege komplett auf silikonfrei umgestellt. Ich hatte den ganzen Winter lang das Problem, dass meine Haare total trocken und deshalb sehr frizzig waren. Nach langem Nachforschen kam ich auf eine Webseite in der stand, dass die Silikone, die die Haare umschließen, auch verhindern, dass diese pflegende Nährstoffe aufnehmen können. Als ein Resultat können die Haare sehr austrocknen. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht, ich bin kein Haarspezialist. Aber es klang für mich logisch.

Ich fing also an, auf silikonfreie Haarpflege- und -stylingprodukte umzusteigen. Ich hatte gelesen, dass die Haare durch die Umstellung anfangs sehr zickig sein werden, bei mir lief das aber relativ unkompliziert und ohne große Zickereien ab. Wie lange es letztendlich gedauert hat, bis meine Haare sich umgestellt und verbessert hatten, kann ich gar nicht sagen, ich habe nicht ständig Vorher-Nacher-Vergleiche gemacht. Aber jetzt, zwei Jahre später, bin ich definitiv der Meinung, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe — meine Haare haben sich sichtbar verbessert und sind auch im Winter nicht mehr so trocken.

Mit dem Umstieg auf silikonfreie Shampoos habe ich Alverde so richtig entdeckt und war ziemlich lange total von der Marke und den Alverde-Shampoos begeistert. Auch Shampoos von Alterra habe ich zwischendurch ausprobiert. Allerdings habe ich bei allen diesen Shampoos das Gefühl, dass meine Haare viel schneller wieder fettig und vor allem nicht richtig sauber werden. Ich hatte nach dem Waschen immer noch Zeug in den Haaren, das teilweise verklebt war, vielleicht waren das Rückstände vom Trockenshampoo.

Inzwischen benutze ich am liebsten Shampoos aus der Balea Professional Reihe, da sie nicht nur günstig sind, sondern auch echt gut. Das Anti-Schuppen-Shampoo von Alverde hat mir beispielsweise gar nicht geholfen, das Pendant von Balea dagegen schon nach der ersten Anwendung. Teurere Shampoos habe ich eigentlich nie gekauft, höchstens mal ausprobiert, wenn sie in der Glossybox waren. Ich bleibe aber erst mal bei Balea.

Seltene Haarwäschen

Ich wasche meine Haare nur noch ein- bis maximal zweimal die Woche komplett. Alle 1-3 Tage wasche ich den Ansatz, ansonsten verwende ich Trockenshampoo. Der Hauptgrund hierfür war ursprünglich, dass ich einfach keine Lust hatte, jedesmal die nassen Haare zu Föhnen — ihr könnt euch vorstellen, wie lange das bei so langen Haaren dauert. Ich wasche die Haare eigentlich nur noch dann komplett, wenn ich die Möglichkeit habe, sie zumindest teilweise an der Luft trocknen zu lassen.

Keine Hitze

Womit wir schon beim nächsten Thema wären: Hitze ist für die Haare nicht unbedingt gut. Wenn geföhnt werden muss, dann möglichst nicht heiß. Ich versuche außerdem die Föhnzeit zu verkürzen, indem ich die Haare nach dem Waschen gründlich ausdrücke und sie anschließend an der Luft vortrocknen lasse.

Auch Lockenstab und Glätteisen sind nicht toll für die Haare. Ich mache mir aber nicht deshalb keine Locken — ich hätte total gerne zumindest zeitweise mal Locken >.< — sondern weil meine Haare das nicht mitmachen. Das letzte Mal, dass ich meinen Lockenstab ausprobiert habe, ist schon über ein Jahr her, da waren meine Haare noch nicht mal so lang wie heute. Die ganze Prozedur dauert bei mir mindestens 1,5 Stunden, und wenn die letzten Locken fertig sind, haben sich die ersten schon wieder ausgehängt (weitere Erfahrungen von mir dazu findet ihr [hier]). Das Thema „keine Hitze“ erledigt sich bei mir also schon von ganz allein.

Nicht färben, nicht tönen

Okay, das ist vielleicht ein blöder Hinweis, weil ich selbst oft in Versuchung komme, einfach mal eine neue Haarfarbe auszuprobieren. Letztens zum Beispiel, da wollte ich unbedingt ein helleres Blond und habe spontan im dm ein Aufhellungsshampoo mitgenommen. Das hat zum Glück nicht funktioniert, da das Shampoo und die Spülung nicht wirklich Stoffe beinhalten, die das Haar aufhellen könnten. Das kann nur das zugehörige Aufhellungsspray — das ich mir aber nicht mitgenommen habe, da mich die Aufschrift „Wirkformel mit Peroxid“ abschreckte. Meine Logik. ^^’

Für meine Haare ist es aber, denke ich, ganz gut, dass ich sie noch nie gefärbt oder getönt habe, da sie so keine extra Strapazen durchmachen mussten. Außerdem habe ich schon oft gehört, dass die Naturhaarfarbe nach dem Färben nie mehr richtig wiederkommt, was mich zusätzlich abgeschreckt hat. Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?

Vorsichtig entknoten!

Zur Feier meines Umstiegs auf silikonfreie Haarprodukte habe ich mir einen Tangle Teezer gegönnt. Davor hatte ich immer irgendwelche Bürsten aus der Drogerie, die nach kürzester Zeit entweder einen Haufen Borsten verloren oder gleich ganz auseinander fielen. Mit dem Tangle Teezer habe ich tatsächlich das Gefühl, dass sich meine Haare besser bürsten lassen. Außerdem fällt er nicht auseinander, verliert keine Borsten und lässt sich mit einer Nagelbürste total gut reinigen.

Wichtig ist, dass man beim Entknoten mit den Spitzen beginnt und sich von unten hocharbeitet. Andersrum werden die Knoten in den Haaren nur noch fester und dicker, was dann meistens dazu führt, dass viele Haare beim Bürsten abreißen oder herausgerissen werden.

Außerdem wichtig: vor dem Haarewaschen gut bürsten! Ansonsten sind die Haare danach ein einziger großer Knoten. Sonst bürste ich die Haare mindestens morgens und abends. Damit die Haare nachts nicht verknoten, mache ich einen lockeren Zopf.

Spezielle Pflegeprodukte?

Einmal die Woche bekommen meine Haare eine Haarkur — zumindest in der Theorie. In der Praxis lasse ich das manchmal etliche Wochen ausfallen, bedingt durch Zeit und Nerven und dadurch, dass ich mir sowieso so selten die Haare wasche. Momentan benutze ich eine Feuchtigkeits-Haarkur von Alterra, davor von Alverde, beide sind eigentlich ganz gut.

Pflegeöl verwende ich nur gaaaanz selten. Ich habe eins von Alverde, außerdem Jojoba-, Hagebutten- und natürlich Kokosöl. Allerdings finde ich die Verwendung von Öl umständlich — oder ich mache einfach etwas falsch — da die Haare erst nach der übernächsten Haarwäsche nicht mehr fettig aussehen.

Ansonsten verwende ich keine anderen speziellen Haarprodukte. Ich finde auch nicht, dass meine Haare irgendetwas anderes bräuchten. Vielleicht sind die Spitzen etwas trocken, ansonsten sehen sie aber ganz gut aus.

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Dass meine Haare eigentlich nicht viel benötigen, um gesund zu sein, hat mir mal wieder deutlich gemacht, wie sehr uns von der Kosmetikindustrie eingeredet wird, wir bräuchten unbedingt dieses oder jenes. Klar hat vieles auch damit zu tun, dass man sich selbst mal einen kleinen Luxus gönnt. Ich würde beispielsweise nie auf No-Poo, also Haarewaschen ohne Shampoo, umsteigen, weil ich es viel zu sehr mag, wie meine Haare nach dem Waschen toll nach Shampoo duften. Aber muss es wirklich diese Haarmaske, jene Kur und dann noch eine Sprühkur und ein Pflegeöl sein?

Ich habe meine Haare übrigens schon ewig nicht mehr geschnitten, was man sehr gut daran sieht, dass sie unten ziemlich ungerade sind. Bald wird das aber geändert 😉

Da ich hier jetzt ziemlich viel über meine Haare und Ansichten zur Haarpflege berichtet habe würde mich interessieren:
Wie lang tragt ihr eure Haare am liebsten? Sind eure Haare gefärbt oder getönt? Und was denkt ihr, wie viel Pflege brauchen Haare? Ist weniger wirklich mehr?

Storytime! — Zwei Umzüge in sechs Wochen

Hallo zusammen!

Wie ihr vermutlich festgestellt habt, habe ich auf meinem Blog schon seit längerer Zeit nicht mehr regelmäßig gepostet. Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust hatte, ich habe leider einfach überhaupt keine Zeit 😦 Ich habe ein paar Posts vorbereitet, die schon ewig bei mir im Entwurf-Ordner vor sich hin gammeln, weil ich nicht mal dazu komme, diese fertig zu schreiben. Ich möchte euch aber erzählen, was die letzen acht Wochen bei mir so los war.

Ende September hatte ich schon mal erwähnt, dass wir einen Haufen Stress wegen unseres Umzugs hatten. Wir sind vom Bodensee in die Nähe von Köln gezogen, ein ganz schönes Stück also 😉 Schon die Wohnungssuche gestaltet sich da nicht so einfach. Mein Freund ist aber im Sommer für ein paar Tage nach Köln gefahren und hat dann sogar recht spontan eine Wohnung gefunden, in die wir Mitte September einziehen wollten.

Drei Wochen vor dem Umzug hat uns dann der Vermieter plötzlich mitgeteilt, dass sich der Einzug auf den 01. November verschieben würde, da unter dem Haus eine Gasleitung defekt sei und sogar die ganze Straße aufgerissen werden müsse. Da unser Studium aber schon Anfang Oktober anfing, konnten wir nicht erst so spät umziehen.

Zum Glück hatte der Vermieter eine Wohnung frei, in die wir vorübergehend einziehen konnten. Danach sollten wir in die ursprüngliche Wohnung umziehen.
Die Wohnung lag in einem ehemaligen Hotel und hat es mir auf den ersten Blick wirklich angetan. Eigentlich ist es ganz nett, in einem Hotel zu wohnen 😉
Als wir die Wohnung besichtigen kamen, wurde die Wohnung gerade „renoviert“ (eigentlich wurde nichts gemacht außer eine neue Haustür eingebaut).
Zudem versprach uns der Vermieter, eine Küche einzubauen und die Wohnung vom restlichen Haus durch eine Wand abzutrennen. Die Wohnung war zuvor noch nicht als solche genutzt worden, die Küche war früher eine Gemeinschaftsküche, weshalb es zwischen dem restlichen Haus und unserer Küche keine Abtrennung gab.
Die Wohnung sollte 400€ warm kosten.

Wie abgemacht kündigten wir uns beim Vermieter an und machten an unserem Umzugstermin auf mittags einen Termin aus. Der Vermieter hatte das wohl missverstanden, dass wir an besagtem Termin schon einziehen wollten. Naja, wir standen mit vollbepacktem Polo vor dem Haus und er versuchte vergeblich, aus 150 Schlüsseln den richtigen herauszufinden. Fazit war, wir mussten bis zum Abend warten, bis er uns den richtigen Schlüssel brachte.
Der wirkliche Schock war aber, dass im Mietvertrag plötzlich 450€ Kaltmiete standen. Der Vermieter konnte sich auch nicht mehr daran erinnern, dass er uns versprochen hatte, dass das zweite Zimmer inklusive war, sondern wollte dieses extra bezahlt haben. Und ja, wir wollten den Mietvertrag schon vorher von ihm haben, genau aus diesem Grund, aber er hat es nicht geschafft, ihn uns mal zuzusenden. Und da wir von der Wohnung abhängig waren und Wohnungen hier relativ rar sind (und Studenten will eh keiner), mussten wir leider die 150€ in Kauf nehmen, die wir nun mehr zahlten. Ob der Vermieter einfach nur so verpeilt ist und unsere Abmachungen vergessen hat oder ob er es wirklich böse gemeint hat weiß ich nicht. Auf ein Übergabeprotokoll hat er übrigens verzichtet.

Der nächste Schock kam beim Betreten der Wohnung. Der Vermieter hatte eine gebrauchte Küche eingebaut — eine von der ekligen Sorte, überall verkrustetes Fett, der Kühlschrank und Backofen komplett versifft — die vermutlich aus gutem Grund auf dem Sperrmüll und dann auf Umwegen doch wieder bei uns gelandet war.

Ebenfalls unbenutzbar war das Bad. Im Spiegelschrank, an der Wand, in der Dusche, an der Tür — wirklich ÜBERALL klebten Barthaare. Wie kommen die denn bitte sogar an die Decke? Bevor wir also nach 6 Stunden Fahrt und 4 Stunden Warten die Füße hochlegen konnten ging es erstmal ab ins Kaufland, Putzzeug kaufen. Davor hatte der Vermieter übrigens versprochen, dass das Bad geputzt würde. Die lächerlichen Putzkünste seiner Angestellten durften wir am Nachmittag jedoch noch live bewundern: der komplett verdreckte Fußboden wurde mit Wasser und Wischmop „gewischt“. Nachdem ein Zehntel des Fußbodens nass war, wurde noch etwas auf der Stelle hin- und hergewischt, das wars.

In den nächsten sechs Wochen, also bis zu unserem Auszug, kam übrigens keine Wand mehr rein. Wir hatten behilfsmäßig einen Vorhang aufgehängt, denn gegenüber der Küche lag die Waschküche, sodass bei uns die lieben Nachbarn immer schön in die Küche gucken konnten (nichts gegen Nachbarn, aber ich will das einfach nicht 😉 ).

Wir hatten aber auch das Gefühl, dass ständig jemand in der Wohnung war, wenn wir weg waren. Einmal platzte der Vermieter um 8 Uhr morgens herein, wir lagen noch im Bett. Wir hatten zum Glück den Schlüssel innen in der Tür stecken gelassen. Der Vermieter hatte in unser anderes Zimmer bereits zwei seiner Leute hineingelassen, ohne zu fragen, und wollte nun auch ins Schlafzimmer. Anstatt aber zu klingeln und zu fragen, kam er einfach von innen durch das Gasthaus und schloss die Zimmertüren auf. Super oder? Geld und Wertsachen lagerten wir ab diesem Tag nur noch im Auto.

Der absolut größte Hammer war aber, dass sich an der zweiten Wohnung, in die wir Anfang November einziehen sollten, nichts tat. Die Straße wurde nicht aufgerissen, es fanden aber auch sonst keine Bauarbeiten statt. Irgendwann wurde etwas an der Wohnung herumrenoviert und gestrichen. Und Mitte Oktober hingen dann einfach Vorhänge in den Fenster. Ja, er hat die Wohnung einfach an jemand anders vermietet und die Sache mit der kaputten Gasleitung war gelogen. Als wir ihn jedoch fragten, ob wir die Wohnung denn nochmal besichtigen könnten, ich war im Sommer ja nicht dabei gewesen, meinte er nur, „eigentlich habt ihr sie ja schon gesehen“. Nette Ausrede.
Natürlich wollten wir genau wissen, was Sache war, und haben bei den neuen Mietern geklingelt. Wir erfuhren noch ein paar unschöne Dinge mehr über den Vermieter, mehr, als uns lieb gewesen wäre. Zudem schien er geplant zu haben, uns eine andere Wohnung im selben Haus zu vermieten, die auf November frei wurde; zumindest hatte er im Haus allen erzählt, es ziehe dort ein Studentenpärchen ein.

Ich hätte gerne gewusst, wie er vorhatte uns zu erklären, dass wir eine andere Wohnung beziehen sollten als die, die mein Freund besichtigt hatte, wir beschlossen aber, lieber keinen Ärger mehr anzufangen und uns einfach von diesem Vermieter zu verabschieden. Das einzige, wo er uns fast noch Probleme gemacht hat, war das Übergabeprotokoll zum Auszug, auf das wir diesmal bestanden. Er konnte nicht verstehen, warum wir so viel Stress um seine Unterschrift machten.

Wie erwähnt ist es als Student nicht ganz so leicht, eine Wohnung zu finden, trotzdem hatten wir das Glück eine Wohnung sogar in fußläufiger Nähe zur Hochschule zu finden. Die Wohnung war allerdings in schrecklicher Verfassung, die Vormieterin muss eine absolute Niete gewesen sein (Briefkasten voller Gerichtsvollzieherbriefe…). Das Bad verschimmelt und dreckig, als hätte jemand einen Waldboden darin verteilt, die Wände im Wohnzimmer teilweise dunkel-lila gestrichen (in einer Kellerwohnung eine dunkle Farbe… und dann noch so hässlich) und die Fenster, Badfliesen und Wohnzimmerdecke gelb als hätte dort jemand Kette geraucht (sorry liebe Raucher, ich kann das einfach nicht leiden). Im Schlafzimmer eine lila Mustertapete. KAUGUMMI auf dem Wohnzimmerboden. Übermalte und zerbrochene Sockelleisten. Ich schätze, dass der Vermieter bei der Vormieterin einfach nichts mehr holen konnte, und wir dürfen das jetzt mit mehreren Eimern Farbe und literweise Putzmittel ausbaden.

Inzwischen hat natürlich auch das Studium angefangen, das leider auch ohne eine renovierungsbedürftige Wohnung schon stressig genug ist. Lauter Projekte und jeder Prof denkt natürlich, seine Vorlesung sei die einzige 😉 Wir mussten die Wohnung trotzdem irgendwie beziehbar machen. Es ist jetzt alles frisch gestrichen und gut bewohnbar; das einzige Problem ist noch das Bad, da ich dort putzen kann, soviel ich will. Den Schimmel werde ich nie richtig wegbekommen. Eigentlich ist das aber auch nicht mein Job. Schade, dass man beim Vermieter erst tausendmal anrufen und sich immer und immer wieder melden muss, damit man vielleicht mal eine Chance darauf hat, dass irgendwas passiert. Aussagen wie „da müssen Sie halt nochmal mit einem besseren Reiniger und einer harten Bürste ran“ kann ich echt nicht mehr hören.

Irgendwie hatte ich mir das mit der ersten eigenen Wohnung anders vorgestellt 😀 Gefühlsmäßig bin ich in den letzten acht Wochen um zehn Jahre gealtert, aber ich habe auch eine Menge dazugelernt (ich kann jetzt Wäschewaschen 😉 ) und habe durch die Enttäuschungen und das ganze Diskutieren mit dem Vermieter ein ziemlich dickes Fell bekommen.
Und trotz allem bin ich froh um die Wohnung. Immerhin haben wir unsere eigenen vier Wände und nicht nur drei, und wir müssen die Zimmer nicht abschließen und den Schlüssel innen stecken lassen 😉

Sooo… Falls ihr bis hierhin durchgehalten habt: danke für’s Lesen meiner Story!
Ich möchte in Zukunft wieder viel viel viel mehr schreiben, soweit es mein Studium zulässt. Und ich freue mich mich natürlich immer, wenn ihr auf meinem Blog vorbeischaut und vielleicht sogar den ein oder anderen Kommentar da lasst =) Bis dann!